Hannovers 100 x 100 m

Im nördlichen, hannöverschen Stadtteil Vahrenwald liegt eines der neun Hallenbäder, die es im Stadtgebiet Hannover gibt: Das Vahrenwalder Bad. An normalen Sonntagen schließt das Bad bereits um 18 Uhr und die Lichter gehen aus, nicht jedoch an diesem 3. Sonntag im Februar. Die Lichter sollten erst nach dem gemeinsamen Ende des Schwimmens um 23:25 Uhr zum Erlöschen kommen.

Im Foyer des Bades sammelten sich um viertel vor Acht rund 30 Schwimmer und Schwimmerinnen für eine Trainingseinheit der besonderen Art. Es sollten 10 Kilometer, also 10.000 Meter, 400 Bahnen, was wiederum 300 Wenden bzw. Rollwenden absolviert werden. Bei diesem Schwimmevent gibt es keinen ersten und keinen letzten Platz. Jeder Finisher kann an dieses Training einen Haken machen, der einzige Unterschied steht auf der Urkunde: Mit welcher Abgangszeit die 10 Kilometer bewältigt wurden. Bei Anmeldung konnten die Abgangszeiten pro 100 m gewählt und damit die Aufenthaltsdauer im Wasser bestimmt werden. Angeboten wurde

Abgangszeit Gesamtzeit Teilnehmer
2:00 Minuten 03:20 Stunden 6
2:15 Minuten 03:45 Stunden 11
2:30 Minuten 04:10 Stunden 8
2:45 Minuten 04:35 Stunden 4

Organisiert wurde dieses Trainingsevent vom Vahrenwalder Bad – Fachbereich Sport und Bäder der Landeshauptstadt Hannover. Zu essen gab es heute ausnahmsweise am Beckenrand Bananen, Äpfel, Birnen und Riegel. Recht herzlichen Dank an die Schwimmer, welche Ihre Rollwenden verfeinerten und die Verpflegung somit verchlorten. In den zwei 5:00 Minuten Pausen nach 5.000 m bzw. 7.500 m gab es dann zum Glück trockenen Kuchen, gefüllte Pfannenkuchen und Bananenbrot.

Vom SV Aegir 09 Hannover nahmen mit Christoph und Charlotte zwei teil, die diese Distanz nicht das erste Mal bewältigten. Gewählt wurde von beiden die 2:00 Minuten Abgangszeit, wobei Charlotte im Schnitt die 10 Kilometer unter 1:30 Min/100 m geschwommen ist unter Christoph knapp unter 2:00 Min/100 m.

Angekündigt war für ca. 23:45 Uhr eine gemeinsame Stärkung in Form von Pizza. Dieses Ziel hatte Charlotte wohl den ganzen Abend konstant im Auge. Christoph hatte jedoch nach 6 Kilometern eher das schnelle Aufgeben im Auge. Naja, die Arme wurden immer schwerer, sie schmerzten bei jedem Zug, die Zeiten wurden langsamer und die 100 m wurden in ca. 1:55 Minuten geschwommen. Vor zwei Jahren wurde diese Distanz bereits schon einmal bewältigt und es ist Februar, warum sollte man nicht einfach die Treppe aus dem Becken steigen, schön warm duschen und die Pizza Pizza sein lassen? Macht es Bock nach ca. 6,5 Km noch 3,5 Km regelrecht durchzuschwimmen? Nö, aber das mit dem Aufgeben ist ja auch immer so eine Sache. Am Beckenrand lagen ja noch 2 Gels und ausreichend in Chlor getränkte Bananen und Müsliriegel. Unter dem Motto „viel hilft viel“ und „schlimmer kann es nicht werden“, wurde sich halt verpflegt. Nachdem Charlotte nach 7 Km freudestrahlend behauptete, „Juhu nur noch 3 Kilometer“, dachte sich Christoph „Mist, es sind noch 3 Kilometer!“ So zogen die Hunderter durchs Land und nach 9.500 m hieß es, nur noch 5 x 100 m. Da kam langsam wieder ein wenig Freude auf und nach 10.000 m war die Freude groß, mal wieder mentale Stärke gezeigt zu haben.