Philipp, unser Mann in Palma.

Der Palma de Mallorca Marathon am 16. Oktober war für mich mein diesjähriger Hauptwettkampf. Der Kurs führt über zwei Runden mit Start und Ziel vor der Kathedrale von Palma zunächst Richtung Hafen und zurück, die zweite Hälfte jeder Runde verläuft durch die Innenstadt Palmas.

marathon palma 16
Kleines Frühstück, Abfahrt um 7:00 Uhr vom Hotel mit dem Bus nach Palma zusammen mit erst wenigen, dann aber immer mehr weiteren Läufern. Einige um diese Zeit schon erschreckend gut gelaunt und redselig, was vielleicht auch an der aufkommenden Anspannung lag. Also Augen zu und versuchen noch ein bisschen Ruhe zu finden.
Die Zeit bis zum Start verbrachte ich mit Ankommen im Startbereich, noch schnell eine Banane essen, anstehen vor den Toilettenhäuschen, Kleiderbeutel abgeben, anstehen vor den Toilettenhäuschen, dann kurzes Warmlaufen und zur Abwechslung noch einmal kurzes Anstehen zur Toilette.

Bewaffnet mit fünf Gels in den Innentaschen meiner Laufhose, startete um 9:00 Uhr der Marathon zusammen mit den Halbmarathonläufern bei jetzt schon warmen 25°C und strahlend blauem Himmel. Dass der Streckenverlauf nicht für Bestzeiten geeignet ist, war von vornherein klar. Insbesondere das ständige Auf und Ab auf den engen Straßen in der Innenstadt macht den Kurs recht anspruchsvoll.

Die erste Hälfte der ersten Runden lief für mich ganz gut und von Beginn an nahm ich jede Verpflegungsstation mit, um ausreichend zu trinken. Nur den langgezogenen Anstieg kurz vor dem Wendepunkt am Hafen hatte ich nicht mit eingeplant. Wo kam der her und wie sollte das dann erst in der Innenstadt werden? Bei Km 11 kamen wir wieder an der Kathedrale an, von wo es auf die zweite Rundenhälfte in die City ging. Gleich zu Beginn der nächste Anstieg mit einer Verpflegungsstation am Ende. Erstes Gel nehmen und hinauf, dem Wasser entgegen. Nach und nach konnte ich immer mehr Halbmarathonläufer vor mir einsammeln und meine Beine fühlten sich noch sehr gut an. Kurz vor Km 21 durften dann die Halbmarathonläufer Richtung Ziel abbiegen, während es für die Marathonläufer jetzt erst richtig losging. Nächstes Gel aufreißen und ab auf die zweite Runde, erstmal wieder Richtung Hafen. Die Sonne zeigte sich jetzt von ihrer schönsten Seite, dafür gab es auf der Breiten Straße fast keinen Schatten mehr.
Für die letzten 10 km ging es dann wieder durch die Innenstadt. Die ständigen Anstiege zeigten jetzt langsam ihre Wirkung und nach und nach wurden die Waden hart und die Oberschenkel fingen an zu brennen. Leider war auf einigen Streckenabschnitten eine Absperrung nicht vorhanden und auch nur vereinzelte Ordner an der Stecke, dass auch immer mal wieder Fußgänger die Strecke überquerten oder direkt auf ihr gingen, ohne Notiz von Läufern zu nehmen. Und wieder einen Anstieg rauf, runter und wieder hinauf bis zur nächsten Verpflegungsstation. Zwei Schlucke trinken, den Rest über den Kopf.

Einen Überblick, an welcher Position ich zu diesem Zeitpunkt lag, hatte ich nicht, die Zurufe der Zuschauer zeigten aber, dass ich ganz gut im Rennen liegen musste und ich nicht allzu viele Läufer vor mir hatte. Aber erstmal ging es wieder hinauf…
Einen Läufer vor mir musste ich jetzt leider langsam wegziehen lassen, ein anderer war nicht weit hinter mir und es begann neben der eigenen Ziel Zeit der Kampf um die Platzierungen. Nach der 40 km Markierung kam noch einmal ein Wendepunkt und ich konnte sehen, dass der Vorsprung auf die Verfolger nicht groß, aber ausreichend sein sollte, wenn ich mein Tempo halten würde, zumal man ihnen die Anstrengung jetzt auch deutlich ansehen konnte. Der Läufer vor mir kam auch wieder näher an mich heran und ich konnte auf den letzten Kilometern noch einmal ein wenig zulegen.

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Ein bisschen Zeit konnte ich bis ins Ziel zwar noch aufholen, aber einholen konnte ich ihn nicht mehr und kam in 2:47:46 auf Gesamtplatz 5 und 2ter in meiner AK ins Ziel. Ab dann hieß es Beine hochlegen, die Sonne genießen und den Tag mit der Finisher-Party am Abend im Megapark ausleben lassen. Und das habe ich dann auch gemacht!

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