Lars feiert Langdistanz Debüt in Roth

Nach einem erfolgreichen Rennwochenende in Frankfurt ging es für Jenny und mich weiter nach Roth. Ich hatte das große Privileg, mein Langdistanzdebüt beim legendären DATEV Challenge Roth zu bestreiten.

In der Rennwoche, bei konstant über 30 Grad, verdichteten sich die Befürchtungen, dass es auf ein Neoverbot hinauslaufen würde. Wie viele andere auch, gehörte ich zu denen, die sich am Donnerstag auf der Messe noch schnell einen Swimskin besorgten. Zum Glück ist die Messe in Roth einzigartig groß – so wurde ich fündig, während mein Rad noch einmal durchgecheckt wurde (was allerdings ein späteres Problem nicht verhindern konnte – dazu gleich mehr). Mit dem Umzug auf den offiziellen Campingplatz am Schwimmstart sowie den täglichen Messebesuchen stiegen Anspannung und Vorfreude gleichermaßen.

Am Renntag war es dann Gewissheit: kein Neoprenanzug erlaubt. Also kam die neueste Investition direkt zum Einsatz. Mit meiner angegebenen Zielzeit von 10 Stunden war ich leider nicht in einer Startgruppe mit besonders starken Schwimmern, sodass ich mich vom Start weg erst einmal freischwimmen musste – und anschließend ein ziemlich einsames Rennen in der Mitte des Kanals hatte. Nach 1:03 Stunden stieg ich aus dem Wasser und freute mich auf meine Lieblingsdisziplin: das Radfahren.

Auf den ersten 30 Kilometern machte ich weiter Boden gut und fand in meinen Rhythmus. Am bekannten Anstieg in Greding stellte ich jedoch fest, dass meine Schaltung – trotz vorherigem Laden – nicht aus dem Notmodus gekommen war und ich somit nicht aufs kleine Kettenblatt schalten konnte. Das zwang mich zu ungeplanten Leistungsspitzen.

Dann, bei Kilometer 70, war es endlich so weit: Zurück in Hilpoltstein bog ich rechts ab in Richtung Solarer Berg – und konnte meinen Augen kaum trauen. Eine Wand aus Menschen! Das berühmte „Tour-de-France“-Feeling – einfach unbeschreiblich. Glücklicherweise war ich vor den Profis auf ihrer zweiten Runde dort, sodass ich das volle Spektakel genießen konnte.

Die zweite Radrunde absolvierte ich weiterhin konstant und kontrolliert, begleitet von einigen netten Staffelteilnehmern, die noch auf ihrer ersten Runde waren. Allerdings spürte ich ab Kilometer 130 zunehmend meinen Rücken – da war mir klar, dass der Marathon hart werden würde.

Nach 4:37 Stunden auf dem Rad kam ich in die zweite Wechselzone – und durfte dort die ganze Magie der Helfer erleben: Rad abgenommen, um die Kurve gelaufen, direkt den Wechselbeutel in die Hand gedrückt bekommen, im Zelt Schuhe und Socken angezogen, Stirnband und Sonnenbrille auf – und los ging’s.

Der Abschnitt, vor dem ich am meisten Respekt hatte, wurde tatsächlich der härteste. Am Kanal verließen mich die Kräfte, ich musste immer wieder gehen – und ohne den unfassbaren Support an der Strecke wäre es deutlich schwerer geworden. Am Wendepunkt in Büchenbach wusste ich: Das Schlimmste ist überstanden. Mit drei weiteren Gehpausen schleppte ich mich schließlich nach 9:38 Stunden ins Ziel.

Die Enttäuschung darüber, nicht komplett durchgelaufen zu sein, wurde schnell von der Freude über mein erstes Langdistanz-Finish überlagert.

Vielen, vielen Dank an alle an der Strecke – und viel Spaß den vielen Aegir-Startern in 2026. Es ist einfach ein unfassbares Erlebnis!