Eiskalte Erfahrung: Wie Redakteuer Mario Moers sein Bad im winterlichen Silbersee erlebt
Eisschwimmen im Silbersee. Wintertrend direkt vor Hannovers Haustür
Der Silbersee in Langenhagen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Treffpunkt für Eisschwimmer entwickelt. Auch im Winter herrscht dort reger Betrieb. Mutige steigen bei Wassertemperaturen von rund sieben Grad ins Wasser und schwimmen nur wenige Minuten. Danach ist der ganze Körper knallrot, die Muskeln zittern und trotzdem berichten viele von einem intensiven Glücksgefühl und einem besonderen Stolz, diese Herausforderung gemeistert zu haben.
Eisschwimmen gilt als intensive Erfahrung für Körper und Geist. Richtig betrieben kann das kalte Wasser die Durchblutung anregen. Es wird sogar diskutiert, dass regelmäßige Kälteanwendungen sich positiv auf die Stimmung auswirken können. Klar ist aber auch. Eisschwimmen ist eine Belastung für den Organismus und sollte immer mit Respekt angegangen werden. Wer Herz-, Kreislauf- oder Bluthochdruckprobleme hat, sollte vorher unbedingt ärztlichen Rat einholen.
Erfahrene Coaches wie Anke Rubien aus Hemmingen begleiten Einsteiger Schritt für Schritt. Empfohlen wird ein langsamer Einstieg in zwei Etappen. Zuerst bis zur Hüfte, dann kurz warten, anschließend weiter hinein und den Oberkörper behutsam an die Kälte gewöhnen. Der Kopf bleibt mit Mütze aus dem Wasser, um Wärmeverlust zu reduzieren. Wichtige Grundregel. Eisschwimmen niemals alleine. Viele Aktive nutzen zusätzlich Sicherheitsbojen, warme Mützen, Neoprenschuhe und bringen ausreichend warme Kleidung, Handtücher, Socken, gezuckerten Tee und Wärmflaschen mit.
Ein Höhepunkt der Szene ist der Silbersee-Ice-Cup, der Ende November am Silbersee ausgetragen wird. Dort starten Eisschwimmerinnen und Eisschwimmer aus dem In- und Ausland über Distanzen zwischen 50 und 1000 Metern. Auch Topsportlerinnen wie die mehrfache Weltmeisterin im Eisschwimmen, Tina Deeken aus Hannover, gehen dort an den Start. Für Zuschauer ist der Eintritt frei. Die DLRG-Jugend und weitere Helfer sorgen mit warmen Getränken und Waffeln für Verpflegung.
Nach dem Aufenthalt im kalten Wasser ist behutsames Aufwärmen entscheidend. Zuerst abtrocknen, sofort warme Kleidung anziehen und dem Körper Zeit geben. Laut Deutschem Schwimm-Verband sollte nach längerem Eisschwimmen keine starke körperliche Aktivität und keine extreme Wärme wie Sauna oder sehr heiße Dusche folgen. Hintergrund ist der sogenannte After Drop. Dabei kann die Körperkerntemperatur noch bis zu 15 Minuten nach dem Verlassen des Wassers weiter absinken.
Wer gesundheitlich geeignet ist und eine besondere Herausforderung für den Winter sucht, findet im Eisschwimmen ein intensives Erlebnis. Das Gefühl im eiskalten Wasser, das Kribbeln danach und die Überwindung des inneren Schweinehunds machen für viele den Reiz aus. Vielleicht wird der Silbersee-Ice-Cup ja auch für Schwimmerinnen und Schwimmer des SV Aegir 09 zu einem spannenden Winterausflug.
